Die Rote Fabrik

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ie „Roti“ ist ein bekanntes Fabrikareal in Wollishofen (Kreis 2), wo früher in kreativem und inspirierendem Umfeld beste Seide verarbeitet wurde. Den Namen hat die ehemalige Industriefläche in erster Linie, weil die Gebäude darauf durchgehend aus roten Backsteinen gebaut sind. Der Name rührt aber auch daher, weil sich Linksparteien anfänglich für die Umnutzung der Fabrik einsetzten.

 

 

Heute wird die Rote Fabrik seit über 30 Jahren als Kulturzentrum genutzt und konnte sich als kreativer, alternativer Gegenpol zum vielfältigen, kommerziellen Angebot von Zürich etablieren. Sie zählt zu den vielseitigsten sowie bedeutendsten Kulturzentren Europas und bietet viel Interessantes in unzähligen Facetten: Kulturgeniesser können sich nicht nur an einem vielfältigen Programm zum vernünftigen Preis erfreuen, sondern auch an einem wunderschönen Fleckchen direkt am Zürichsee. Neben Veranstaltungen und Vorträgen in den Bereichen Kunst, Musik, Film, Theater sowie Tanz werden auch politische Veranstaltungen – was in einem „roten Haus“ mit dieser Vergangenheit natürlich nicht fehlen darf – durchgeführt. Daneben gibt es ein Restaurant „Ziegel oh Lac“ (siehe Ziegel oh Lac), der mit fairen Preisen aufwartet (probiere doch mal die Spaghetti Bolognese zu CHF 18.-!), zahlreiche Künstlerateliers, Medienbüros etc (siehe Rote Fabrik).

Als weiteren Geheimtipp sei den Besuchern der Streetparade die Lethargy empfohlen. Diese subkulturelle Gegenbewegung zu den kommerziellen After-Partys nach dem Musik- und Tanz-Umzug ums Zürcher Seebecken findet jedes Jahr und zwar drinnen und draussen rund um die legendäre Rote Fabrik statt (siehe Lethargy).

„tiffig“

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tiffig – blitzschnell, zackig

Nein, hier handelt es sich nicht um eine Abwandlung des überdrehten, pinken Vogels aus der Sesamstrasse,  sondern um ein rar gewordenes, typisches Schweizerwort für „schnell“.

„Fötzeli“

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Fötzeli – Papier-Schnipselchen

Dieses Wort könnte von Deutschen schnell missverstanden werden, aber es versteckt sich hinter diesem  schweizerdeutschen Ausdruck ein harmloses, kleines Papier-Schnipselchen.

Das Toni-Areal

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evor Gestaltung und Design Einzug in dieses Areal im Arbeiterquartier 5 hielten, gab es dort eine grosse Milchverarbeitung, die Toni-Molkerei. Dem hier ansässigen Unternehmen haben wir u.a. auch das weltberühmte Toni Joghurtglas (siehe Archiv ZHdK) mit seinen mehrfach prämierten Werbekampagnen zu verdanken.

 

 

Wer so viel Milchprodukte produziert, braucht auch eine richtige Molkerei und so entstand das massive Industrie-Gebäude. Heute beherbergt „s’Toni“ nach einem mehrjährigen Umbau zum grossen Teil die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

Ausserdem ist dort auch das Museum für Gestaltung (siehe Schaudepot), welches Wechselausstellungen zeigt und eine Design-, Grafik-, Kunstgewerbe- sowie Plakat-Sammlung mit über 500 000 Objekten vereint.

Wenn Du es schaffst unter der Woche das Museum zu besuchen, stehst Du mitten im lebendigen Campusbetrieb. Du kannst in der Mensa zu Mittag essen und bei schönem Wetter auf dem Dach noch ein Sonnenbad nehmen. Und wenn Du über die Gänge schlenderst, kreuzen Studenten aus allen Kunstrichtungen (Design, Medien, Musik, Film und Theater) Deinen Weg und vielleicht kannst Du mit etwas Glück dem Orchester lauschen.

Das Toni-Areal – ganz bestimmt einer meiner Lieblingsorte in Zürich!

„Samichlaus“

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Samichlaus – Nikolaus 

Das Wort stammt vom Sankt Nikolaus ab, was im Schweizerdeutsch einfach zu einem Wort verschmolzen und mit dem typischen gekratzten „ch“ ausgesprochen wird.

Das Zürcher Wienachtsdorf

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iese Jahr erstmals findet auf dem traditionsreichen Sechseläutenplatz (direkt vor dem Opernhaus und in unmittelbarer Nähe zum See) der Zürcher Weihnachtsmarkt statt (siehe Montagsmarkt)

 

 

Obwohl Weihnachtsmärkte in der Schweizer Kultur nicht ganz so stark verbreitet sind, gibt es je länger je mehr davon. Ein besonders gelungenes Exemplar davon gibt es dieses Jahr erstmals im Zentrum von Zürich am Bellevue: Eine zauberhafte Szenerie mit roten Hüttchen rundum schön inszeniert. Alles wie immer toll aufeinander abgestimmt und zum Essen gibt es eine riesige Auswahl von Rösti bis Sushi – jami, jami. Und natürlich darf auch der traditionelle Glühwein nicht fehlen…

 

„Zürcher Wienachtsdorf“ vom 19. November – 24. Dezember 2015

Die Bahnhofstrasse

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as Bahnhofsviertel einer Grossstadt verbindet man in Deutschland oft mit Schnellimbiss, Sexshops und oft auch mit Rotlicht-Milieu. Das trifft auf die Zürcher Bahnhofstrasse ganz und gar nicht zu. lm Gegenteil sie ist die Pracht-Meile der Stadt, vergleichbar mit der 5th Avenue in New York, die Bond Street London oder der Champs Elysées in Paris.

 

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Wenn man aus dem Haupteingang des Zürcher Hauptbahnhofs hinaus schreitet – am gusseisernen Alfred Escher-Brunnen vorbei – steht man schon in der unteren Bahnhofstrasse, welche Restaurants und bekannte Schweizer Einkaufshäuser wie Globus, Manor oder Jelmoli beherbergt. Auch Dosenbach (Schweizer „Deichmann“), H&M, Benetton, Swatch etc. sind hier vertreten und bieten auch für den etwas schmaleren Geldbeutel das Eine oder Andere.

Je weiter in Richtung See man diese zentrale, übrigens autofreie Strasse, läuft, desto mehr befindet man sich in der Region der oberen Bahnhofstrasse, wo sich die Luxusboutiquen befinden. Hier findest Du z.B. Shops von Louis Vuitton, Cartier, Prada, Tissot etc. Und auf 2/3 des Weges sind am Paradeplatz natürlich auch die Banken vertreten, wie etwa UBS oder Credit Suise. Hier findet sich auch das Café Sprüngli, wo ich Dir einen Kaffee mit Luxemburgerli empfehle.

 

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Kurz vor Weihnachten, wie im Moment, leuchtet die Bahnhofstrasse in voller Pracht.

Denn Lucy („Lucy in the Sky with Diamonds“) wurde wie jedes Jahr seit 2010 ausgepackt, abgestaubt und aufgespannt. Jetzt schwebt die Lichtinstallation als vorweihnachtlicher Sternenhimmel über der Bahnhofstrasse. Komm und schau’s Dir an…

 

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„chräsme“

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chräsme – krabbeln oder klettern

Hinter diesem sonderbar lautenden Begriff versteckt sich ein Wort, das am ehesten mit „krabbeln“ oder „klettern“ übersetzt werden könnte. Damit wird also sowohl das Tun eines Kleinkindes am Boden wie auch das einer Ameise auf einem Baum bezeichnet.

Ein muss für alle Einwandere und Schweizer die sich gerne selbst auf die Schippe nehmen!

Wer hat's erfunden? Von Wolfgang Koydl


Buchtipp „Wer hat’s erfunden?“, von Wolfgang Koydl

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er Einband des Buches lässt vermuten, dass es sich hierbei um Kurzgeschichten zu Wilhelm Tell, Matterhorn oder Schweizer Bräuchen und Erfindungen handelt. Dem ist aber nicht so: Es gibt keine Abhandlungen, dafür aber die Einwanderungsgeschichte eines Auswanderers und seiner Familie  – nüchtern, aber sehr humorvoll.

Die Schweizer Kultur trifft den Journalisten Wolfgang Koydl und seine Familie unvorbereitet, was sie bisher kannten, waren nur oberflächliche Klischees. Es ist für mich eine absolute Freude dieses Buch zu lesen, nicht nur weil der trockene, englische Humor des Autors genial ist, sondern auch, weil ich mein bisheriges Wissen über die Schweizer Eigenheiten erweitern konnte. Positiver Nebeneffekt: Ich verstehe jetzt meinen Schweizer Partner in verschiedenen Situationen viel besser. Erst dachte ich z.B. er nimmt es immer „zu“ genau, aber heute weiss ich, da ist er ein typisch schweizerisch.